Anti-Aging: Beratung in der medizinischen Praxis
In Deutschland haben sich vor allem Gynäkologen, Urologen und internistische Endokrinologen auf Anti-Aging spezialisiert. Ihr Behandlungskonzept umfasst in der Regel folgende Hauptpunkte:
- Ausschaltung von Schlüsselrisiken wie z. B. das Rauchen. Die modernen Methoden der Raucherentwöhnung bieten dabei viel bessere langfristige Erfolgschancen als die früher empfohlene Selbstentwöhnung.
- Optimierung der Ernährung inklusive Abnehmen bei Übergewicht und der Versorgung mit Mikronährstoffen wie Vitaminen und Spurenelementen.
- Optimierung der körperlichen und geistigen Fitness sowie der seelischen Balance.
- Hormonersatztherapie zur Behebung von möglichen Mangelzuständen an Geschlechtshormonen, siehe auch Hormonersatztherapie bei der Frau und Hormonersatztherapie beim Mann, wobei nach wie vor umstritten ist, ab wann ein solcher Mangel besteht.
- Ästhetisch-medizinische Maßnahmen der ästhetischen Chirurgie und Dermatologie, dazu gehören im weiteren Sinne auch Empfehlungen zur Verbesserung der Hautpflege.
Vor jeder Anti-Aging-Therapie steht zunächst, wie bei jedem Arztbesuch, eine detaillierte Anamnese (Abfragen von Beschwerden und der Krankheitsgeschichte), eine körperliche Untersuchung, laborchemische Blut- und Urinuntersuchungen sowie weitere, speziellere Untersuchungen. Letztlich ist eine Anti-Aging-Eingangsuntersuchung ein erweiterter Check-Up, an dem sich teilweise Ärzte verschiedener Fachrichtungen beteiligen.
Die Anamnese beschränkt sich nicht auf den körperlichen Status, sondern beinhaltet auch Lebensstil, Ernährungsgewohnheiten, körperliche Aktivität, Stressfaktoren und -level sowie weitere psychosoziale Aspekte. Unabdingbar ist die Beurteilung von Blutdruck, Blutzucker- und Blutfettwerten (Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin), Body-Mass-Index (BMI) und Taillenumfang bzw. Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang (waist to hip ratio).
Welche der weiterführenden Untersuchungen durchgeführt werden, hängt zum einen von den Ergebnissen aus Anamnese und Eingangsuntersuchungen ab. Zum anderen sind sie abhängig vom Konzept des jeweiligen Anti-Aging-Arztes und nicht zuletzt von den Vorstellungen und der Zahlungsbereitschaft des Patienten.
Häufiger empfohlen werden Körperfett- und Knochendichtemessung, Ultraschall von Bauchraum, Schilddrüse, Halsarterien (Dopplersonografie) und Herzultraschall (Echokardiografie), Belastungs-EKG, Lungenfunktionstest, Darmspiegelung, Ganzkörper-Kernspins, Hör- und Sehtests und andere augenärztliche, neurologische, gynäkologische sowie urologische Untersuchungen. Gehirnfunktion und Stimmungslage werden über psychologische Tests erfasst. Besonders beliebt, da praktisch ohne ärztlichen Zeiteinsatz durchführbar, sind Anti-Aging-Labortests (z. B. Sexualhormonstatus beim Mann und Sexualhormonstatus bei der Frau.) So werden zwar viele Stoffwechselparameter „durchgecheckt“, die tatsächlich alle etwas mit dem Altern zu tun haben, in der Praxis kommt aber nur selten etwas heraus, was der Patient nicht schon gewusst hat oder was sich für konkrete Maßnahmen nutzen ließe.
Damit ist nicht gemeint, dass medizintechnisch gestützte Vorsorgemaßnahmen generell nutzlos sind. Die sinnvollen Maßnahmen werden bis auf wenige Ausnahmen alle von der Kasse bezahlt (ausführliche Übersicht)


